US Used Vehicle Resales

Bad-Buy Prediction | Fehlkäufe vor dem Kauf erkennen
Data-Science-Projekt mit 448-Runs-Experimentierframework | StackFuel Capstone

65.620
Auktions-Fahrzeuge
12,35 %
Bad-Buy-Rate (unausgewogen)
F1 0,42
Champion-Modell (Test)
448
systematisch getestete Modell-Läufe
Agenda

Inhaltsübersicht

Die wichtigsten Informationen mit Fokus auf Business-Impact

1Einstieg
2Data & Exploration
3Systematisches Experimentieren
4Key Findings
5Empfehlungen & Opportunities
Ausgangssituation

Die Herausforderung

Ein Fehlkauf beim Gebrauchtwagen-Ankauf kostet mehr als den Kaufpreis

Ein US-Gebrauchtwagenhändler kauft Fahrzeuge günstig auf Auktionen ein, um sie mit Marge weiterzuverkaufen. Das größte Risiko: ein 'Bad Buy' — ein Fahrzeug mit schweren Mängeln, das sich nicht weiterverkaufen lässt und stattdessen Lager-, Reparatur- und Abschreibungskosten verursacht.

Leitfrage: Lässt sich vor dem Kauf erkennen, ob ein Angebot ein Fehlkauf ist — ohne zu viele gute Autos abzulehnen? Das ist ein Precision/Recall-Abwägungsproblem auf einer seltenen Zielklasse, kein Accuracy-Problem.

Ausgangssituation

Zielmetrik und Trade-off

Warum Accuracy hier die falsche Metrik ist

12,35 %
Bad-Buy-Rate im Datensatz
Nur jedes achte Auto ist ein Fehlkauf — eine stark unausgewogene Zielklasse.
87,65 %
Accuracy eines Stumpfen Modells
Ein Modell, das stur immer 'guter Kauf' tippt, hätte schon 87,65 % Accuracy — und würde trotzdem keinen einzigen Fehlkauf erkennen.
F1
Leitmetrik (Bad-Buy-Klasse)
F1 der Bad-Buy-Klasse zwingt das Modell, die seltene Klasse tatsächlich zu treffen statt sie zu ignorieren.
Triage statt Automatik.
Das Modell markiert Auffälligkeiten zur menschlichen Prüfung – kein automatisches Ablehnen oder Durchwinken.
Data & Exploration

Class Imbalance

12,35 % Bad Buys — Balance als Kern der Herausforderung

Klassenverteilung IsBadBuy

57.516 gute Käufe (87,65 %) vs. 8.104 Bad Buys (12,35 %).

Ein Modell, das immer 'guter Kauf' tippt, hätte 87,65 % Accuracy und würde trotzdem keinen einzigen Fehlkauf finden — deshalb ist F1 der Bad-Buy-Klasse die Leitmetrik, nicht Accuracy.

Data & Exploration

Bivariate Risk-Analyse

Text-Spalten ohne offensichtlichen Zahlenwert sind die stärksten Risikotreiber

Annahme
Trim, SubModel, VNZIP1 wirken wie reiner Text ohne mathematischen Wert
Befund
Bivariate Analyse zeigt: seltene Ausprägungen dieser Spalten haben eine stark überproportionale Fehlkaufquote — 'High-Risk-Nischen', die Expertenwissen bündeln (Standort, Bauart-Qualität, Serien-Ruf), das in nackten Zahlen wie VehBCost fehlt.
Annahme
Nur numerische Werte (Preis, Alter, Kilometerstand) sind aussagekräftig
Befund
Diese Hypothese rechtfertigt später die Aufnahme der starken Kategorien (Make, Model, Trim, SubModel, VNZIP1, Auction, WheelType) in den Feature-Katalog — und wird durch die systematische Testreihe bestätigt (Kapitel 3–4).
Systematisches Experimentieren

Die Testreihe

448 protokollierte Durchläufe in rund einer Stunde aktiver Rechenzeit

448
geloggte Durchläufe (19 Feature-Sets × 6 Modellfamilien)
3 Sek.
Median-Abstand zwischen Durchläufen
~62 Min.
aktive Rechenzeit für alle 448 Durchläufe zusammen
Nach einer Stunde Wartezeit steht sofort eine auswertbare Tabelle mit allen 448 Kombinationen zur Verfügung.
Key Findings

Der WheelType-Fund

Das stärkste Signal ist ein fast leeres Datenfeld

LogReg-Lasso Feature Importance

WheelType = Unknown dominiert die Koeffizienten des Champion-Modells — vor Preis und Alter.

Key Findings

Threshold-Tuning für Business-Balance

Der Standard-Schwellenwert markiert zu viele Autos

F1 vs. Decision Threshold

F1-optimaler Schwellenwert bei 0,65 statt Standard 0,5 — abgestimmt auf den Triage-Zweck: Fehlkäufe fangen, ohne zu viele gute Autos abzulehnen.

Empfehlungen & Opportunities

Empfehlungen

Direkt umsetzbar für dieses Projekt

R1 · Einsatz
Als Triage-Filter, nicht als Automatik
  • Modell bei Threshold 0,65 laufen lassen, um ~10 % eines Autostapels für menschliche Prüfung zu markieren, bei ~45 % Trefferquote
  • Nicht als automatische Ablehnung nutzen — dafür ist die Genauigkeit nicht hoch genug
R2 · Intake
Fehlender WheelType-Eintrag als Warnsignal
  • Direkt beim Ankauf prüfen — kostet nichts extra, das Feld wird eh schon erfasst
  • Fehlkaufquote bei fehlendem Eintrag: 70,3 % vs. 12,3 % Durchschnitt
Empfehlungen & Opportunities

Opportunities

Konkrete, noch offene nächste Schritte

O1 · Modell erweitern
Zweites Signal für den blinden Fleck
  • Ein zweites, unabhängiges Risiko-Merkmal ergänzen (z. B. Abweichung vom Marktpreis)
  • Gezielt für neuere, teurere Fehlkäufe, die aktuell verpasst werden
O2 · Modell vereinfachen
Schlankeres 7-Feature-Modell testen
  • cats_strong (7 Feat.) erreicht F1 0,3587 — 96 % der Leistung des vollen 28-Feature-Katalogs
  • Lohnt einen echten Vergleich: viel einfacheres, leichter wartbares Modell für kaum F1-Verlust

US Used Vehicle Resales

Bad-Buy Prediction | Fehlkäufe vor dem Kauf erkennen
Data-Science-Projekt mit 448-Runs-Experimentierframework | StackFuel Capstone

Fast leer und doch stark

Ein fast leeres Datenfeld war das stärkste Signal. Systematisches Testen schlägt Handverlesen: ein breiter Feature-Katalog plus sauberes Threshold-Tuning bringen mehr als ein einzelnes 'besseres' Modell. Der Champion läuft als Triage-Filter, nicht als Automatik — er markiert, ein Mensch entscheidet.